Geht die Welt unter?! 280 Zeichen pro Tweet

Beben an der Börse, garantiert, denn Twitter will uns mehr Zeichen pro Tweet geben. Auf ganze 280 Zeichen soll die Begrenzung verdoppelt werden. Die Begründung? 140 Zeichen sind zu wenig. Ach! Sieh mal einer an.
Bis jetzt sind die zusätzlichen 140 Zeichen noch nicht für alle verfügbar, aber es wird schon im kleinen Kreis getestet. Laut offizieller Mitteilung brauchen auch nicht alle Sprachen diese neue Freiheit, es wird direkt Japanisch, Chinesisch und Koreanisch ausgeschlossen. Die kriegen auch so schon genug in einem Tweet unter, sagen sie:
 

Giving you more characters to express yourself

 
Und, sollte das so kommen, wird sich etwas für uns verändern? Ich glaube nicht. Die Leute umgehen heute schon die Zeichenbegrenzung, indem sie Bilder mit Text tweeten. Ob jetzt 140 oder 280 Zeichen, wird wohl für die meisten keinen Unterschied machen, die Bilder werden trotzdem gepostet.
Ich hätte ja lieber einen „show more“-Button auf Twitter. 140 Zeichen als tl;dr, und wer mehr Platz braucht, kann dann ohne Einschränkung seine Ergüsse veröffentlichen. So bleibt in der Timeline trotzdem alles kurz und knapp und leserlich. Wobei natürlich ein Grund für Twitter war, dass man so bequem unpräzise sein kann (denn es ist ja einfach nicht genug Platz). Nett wäre es auch, wenn ein Link keine 23 Zeichen verbrauchen würde. Wenn man eine URL tweetet, wird die Webseite ja sowieso eingebunden (Twitter Cards). Das könnte man dann, so wie Bilder/Gifs oder Videos auch, als externen Tab anbieten.
Oh, und wenn wir gerade bei Wünsch-Dir-Was sind: Versionierung von Tweets wäre auch schön, so wie bei Wikipedia. Damit man seine alten Tweets überarbeiten kann, ohne gleich die ganze Existenz des Tweets löschen zu müssen, nur weil man einen peinlichen Rechtschreibfehler entdeckt. Die Revisionen können ruhig öffentlich bleiben, aus Transparenzgründen sollten sie das sogar!

Oh, und warum tun sie das? Es ist ja kein Geheimnis, das Twitter Probleme damit hat, endlich profitabel zu werden. Trying to cram your thoughts into a Tweet – we’ve all been there, and it’s a pain. Ob man mit 280 Zeichen Geld verdienen kann?

1 Kommentar

  1. Felix

    Ich bin da etwas anderer Meinung. Die Methode mit den ausklappbaren Beiträgen ist auf facebook bereits Standard, ein Grund dafür, warum ich dort nicht unterwegs bin.

    Je mehr Raum ein einzelner Beitrag (Post, Tweet, …) einnehmen darf, desto mehr kann man mich auch zuspammen. Die Kürze von Tweets bewirkt meistens, dass längere Texte ausgelagert werden auf andere Seiten. Die Hürde zum Klicken des dafür notwendigen Links ist relativ hoch, im Vergleich zu ausklappbaren Inhalten oder Volltextdarstellung. Natürlich ist es Ziel einiger mittelseriöser Anbieter, dass man möglichst den Link anklickt (sogenanntes Clickbaiting), aber wer die Masche durchschaut hat, der kann entspannt durch seine Timeline scrollen. In der Kürze liegt die Würze.

    Ernsthafte Inhalte lassen sich in 140 Zeichen genausogut darstellen wie in 280 Zeichen, dafür ist eine Erhöhung der Zeichenbegrenzung nicht notwendig. Ich tippe eher darauf, dass in 280 Zeichen wesentlich mehr Werbebotschaften von gesponsorten Tweets, Anzeigen u.ä. unterbringen lässt. Eventuell soll die Anpassung an 240 Zeichen für alle auch dafür sorgen, dass sich Werbung und „echte“ Tweets weiterhin ähnlich sehen? Man kann nur mutmaßen.

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